Restaurant-Tipp: Sigiriya in der Grünberger Str.

…eine Exkursion in die ceylonesische Küche.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Grünberger Straße. Es gibt tatsächlich auch empfehlenswerte Restaurants zwischen all den Touristenfallen rund um den Boxhagener Platz. Für unser diesjähriges Jubiläums-Essen hatte ich ein neues Restaurant gesucht. Alex und ich mögen die indische Küche sehr, und ich wollte ihm schon lange einmal die Küche Sri Lankas näherbringen, die ich auf meinen Reisen kennen und lieben gelernt habe. Sie ist der indischen sehr ähnlich und doch geschmacklich wieder ganz anders. So habe ich im Internet gesucht und bin nach längerer Recherche auf das „Sigiriya“ gestoßen, wo ich dann einen Tisch bestellte.

Das Restaurant ist relativ klein, mit eng gestellten Tischchen für 2-4 Personen. Bei der Reservierung hatte ich angegeben dass es sich um ein Jubiläum handelt, und so war unser Tisch am Fenster romantisch mit Rosen, Kerzen und Blütenblättern dekoriert. Auch sonst herrscht eine warme und gemütliche Atmosphäre im Gastraum, die Wände sind mit ceylonesischen Kunstgegenständen und Bildern der „Wolkenmädchen“ dekoriert. Diese erotischen Fresken findet man in einer Felsnische des Monolithen Sigiriya („Löwenfelsen“) im Zentrum Sri Lankas, auf dessen Gipfel König Kassapa im 5. Jahrhundert eine Festung errichten ließ. Die Ruinen können noch heute besichtigt werden, sie stehen unter dem Schutz des Weltkulturerbes der UNESCO. Der Felsen ragt etwa 200 m aus der Ebene empor, der anstrengende Aufstieg über steile und enge Eisenstufen wird mit einem grandiosen Panoramablick belohnt.

Doch zurück zum Restaurant. Die Speisekarte ist umfangreich und bietet neben zahllosen Curry-Varianten auch die für Sri Lanka typischen Hoppers. Diese schalenförmigen Pfannkuchen werden aus Hefeteig mit Reismehl und Kokosmich zubereitet und mit Curry, Ei oder auch süßen Zutaten gefüllt. Die Currygerichte werden im Sigiriya auf großen Tellern serviert, dazu wird natürlich Reis gereicht, außerdem mildes Padadam (knuspriges dünnes Fladenbrot aus Linsenmehl) und verschiedene Chutneys und Sambols, zum Beispiel aus Kokosraspeln und Chili oder karamelisierten Zwiebeln. Es gibt es Currys mit Huhn, Rind, Lamm oder Fisch sowie zahllose vegetarische/vegane Varianten, wahlweise mild oder scharf. Bei den Currygerichten sind meist 2 verschiedene Currysorten auf dem Teller (Fleisch + Gemüse oder 2 verschiedene Gemüsecurrys). Außerdem kann man auch sogenannte „Reistafeln“ bestellen mit Vorspeise, 3 verschiedenen Currys mit Beilagen serviert in Schalen und Nachtisch. In Sri Lanka wird traditionell mit der rechten Hand gegessen, was für uns Europäer etwas Überwindung kostet, aber unbedingt ausprobiert werden sollte. Zumindest die Hoppers dürfen im Sigiriya mit der Hand gegessen werden, eine Wasserschale zum Reinigen der Finger wird gleich mit serviert. Die Preise für ein Hauptgericht liegen zwischen 8 und 12 Euro, was für die Größe der Portionen und Qualität sowie Frische der Zutaten angemessen ist. Es werden viele Bio-Produkte sowie Fleisch von Neuland verwendet.

Ich hatte bereits vor unserem Besuch die Speisekarte im Internet studiert und mich für ein Lammcurry entschieden, dazu gab es ein Curry aus Rote Beete und Zwiebelsambol (Mutton Curry mit Ratu Ale Hodhi und Sini Sambole) – natürlich scharf! Alex entschied sich für ein Hühnercurry, dazu ein Curry aus Jackfrucht (Chicken Curry mit Polos Hodhi und Pol Sambole). Die Portionen sind sehr reichlich, einzig etwas wenig Reis war auf dem Teller – aber den kann man sicher nachordern. Geschmacklich fand ich die Currys großartig, sehr würzig und aromatisch, jedes schmeckte einzigartig und sehr authentisch. Zu meiner Freude waren die Gerichte auch wirklich ordentlich scharf – aber ohne einem alles wegzubrennen. Und selbst das Lamm war zart und weich… wirklich lecker. Dazu empfielt sich ein Lion Lager – ein mildes Bier importiert aus Sri Lanka. Zum Nachtisch gab es cremigen Joghurt mit Palmensirup (Mikiri mit Jaggery) und ceylonesischen Pudding aus Kokosmilch und Eiern mit Kardamom und Cashewnüssen (Watelappan) – danach sind wir fast geplatzt.

Hier einige Eindrücke aus dem Restaurant (die Fotos vom Essen stammen allerdings von meiner letzten Reise nach Sri Lanka) und vom Sigiriya-Felsen:

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